Fasten – davon hörst du immer wieder. „Was?”, denkst du. „Gar nichts mehr essen? Das kann ich nicht.” Aber Freunde erzählen dir, dass sie nach einer Fastenwoche plötzlich glasklar denken. Dass sie Geistesblitze hatten, auf einmal Lösungen gesehen haben, die vorher nicht da waren. Andere berichten dir, dass sie 5 Kilo in einer Woche abgenommen haben, sich leicht fühlen, wacher oder freier. Manche schwören darauf und sagen: „Fasten hat mein Leben verändert.“
Was steckt dahinter? Was passiert im Körper, wenn du eine Woche oder länger auf Essen verzichtest? Welche Fastenarten gibt es, wer sollte fasten und wer besser nicht? In diesem Artikel erfährst du, wie Fasten funktioniert, welche Möglichkeiten du hast, welche Vorteile es bringen kann, aber auch, worauf du achten musst, damit es dir wirklich gut tut. Nimm dir 8 Minuten Zeit. Vielleicht ist Fasten ja auch etwas für dich.
Inhalt
Die Vorteile von Fasten
Fasten bedeutet, für eine bestimmte Zeit bewusst auf Nahrung oder bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Dein Körper schaltet dann um, nutzt Reserven und entgiftet. Dadurch kann Fasten Stoffwechselprozesse verändern und Entzündungen hemmen. Du nimmst nicht nur sehr schnell ab, sondern wirst auch klarer und oft auch energiegeladener.
Fasten ist nur am Anfang hart, dann gewöhnt sich der Körper daran. Du gibst deinem Körper eine Pause vom Daueressen. Die Verdauung fährt runter und deine Zellen können sich erneuern.
Woher kommt Fasten?
Fasten ist älter als jede Trend-Diät. Menschen kannten immer Zeiten mit viel und mit wenig Essen. In fast allen Religionen gibt es Fastenzeiten, in denen Menschen verzichten, um innerlich klarer zu werden.
Der deutsche Arzt Dr. Otto Buchinger (1878–1966) entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts das Heilfasten nach Buchinger. Er behandelte sein eigenes Rheuma mit einer Fastenkur und baute darauf eine Methode auf, bei der Menschen für einige Tage oder Wochen nur Flüssiges wie Tee, Gemüsebrühe und Säfte zu sich nehmen und sich gleichzeitig viel ausruhen, bewegen und auf gute Stimmung achten.
Wer zum ersten Mal fastet, sollte sich betreuen lassen. Das geht einfacher und du bist medizinisch abgesichert. Es gibt extra Fastenkliniken, die solche Kuren anbieten.
Welche Fastenarten gibt es?
Du kannst kurz, lang, sanft oder streng fasten. Wichtig ist, dass du eine Form wählst, die zu dir und deinem Alltag passt und die gesund für dich ist. Du solltest auf jeden Fall vorher einen Arzt fragen.
Einige bekannte Fastenarten sind:
- Heilfasten nach Buchinger
Du trinkst vor allem Wasser, Tee, verdünnte Säfte und leichte Gemüsebrühen. Die Kalorienmenge bleibt deutlich reduziert. Oft findet Heilfasten als Kur statt, begleitet von Spaziergängen, Entspannung und ärztlicher Betreuung. - Intervallfasten
Du wechselst zwischen Essphasen und Fastenphasen. Beliebt ist die Methode 16 zu 8, bei der du zum Beispiel nur zwischen 11 und 19 Uhr isst und die restliche Zeit nur kalorienfrei trinkst. Andere Varianten sind 14 zu 10 oder einzelne komplette Fastentage in der Woche. - Basenfasten
Du isst weiter, verzichtest aber für ein bis zwei Wochen auf tierische Produkte, Zucker, Kaffee und Alkohol. Auf den Teller kommen vor allem Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse und hochwertige Pflanzenöle. Basenfasten gilt als milde Form, bei der du fast immer satt bleibst. - Scheinfasten
Eine neuere Variante, bei der du einige Tage stark reduzierte, meist pflanzliche Kost mit begrenzter Kalorienmenge zu dir nimmst. Forschende um Prof. Valter Longo und Ärzte wie Prof. Andreas Michalsen berichten, dass diese Form viele Effekte des Heilfastens in abgeschwächter Form erreicht und im Alltag oft leichter einzubauen ist.
Egal welche Form du wählst, Fasten braucht eine klare Entscheidung und Vorbereitung. Du machst es nicht mal gerade nebenbei. Wenn du dir bewusst Zeit nimmst und dir selbst eine Ruhephase während des Fastens gönnst, ist es am effektivsten und stresst deinen Körper nicht so sehr.
Für wen eignet sich Fasten?
Fasten kann dir helfen, wenn du das Gefühl hast, innerlich aufräumen zu wollen, du oft müde bist oder dich einfach unwohl und unkonzentriert fühlst. Viele berichten über positive Effekte auf Blutdruck, Stoffwechsel, Blutfette und Gelenkbeschwerden.
Du kannst vom Fasten profitieren, wenn du:
- dich nach mehr Leichtigkeit im Körper sehnst und alltägliche Gewohnheiten unterbrechen willst.
- deine Verdauung entlasten möchtest und bewusster essen willst.
- in einen gesünderen Lebensstil einsteigen möchtest, statt die nächste Crash-Diät zu starten.
- medizinisch begleitetes Fasten als Teil einer Therapie einsetzen willst, zum Beispiel bei Bluthochdruck oder Gelenkbeschwerden, wenn dein Arzt das empfiehlt.
Für gesunde Erwachsene, die sich gut informieren und auf ihren Körper achten, kann Fasten eine starke Erfahrung sein. Wenn du unsicher bist oder Medikamente nimmst, sprich immer mit deinem Arzt, bevor du startest.
Wer sollte nicht fasten?
Fasten ist nicht für alle geeignet. Es gibt Situationen, in denen du deinen Körper nicht zusätzlich belasten solltest. Fachgesellschaften nennen als Kontraindikationen zum Beispiel Krebserkrankungen, schwere psychische Erkrankungen, Essstörungen, starke Unterfunktion oder Überfunktion der Schilddrüse, Typ 1 Diabetes, hohes Untergewicht oder Stress.
Wenn du Vorerkrankungen hast oder Medikamente nimmst, ist Fasten ein Thema für eine ärztliche Begleitung, nicht für ein spontanes Experiment.
Fasten und Einlauf
Vielleicht hast du gehört, dass ein Einlauf zum Fasten dazugehört. In vielen klassischen Heilfastenkonzepten wird der Darm zu Beginn mit Hilfe von Abführmitteln oder Einläufen entleert. Die Idee dahinter: Der Darm soll sich während des Fastens nicht mehr mit alten Resten beschäftigen, sondern sich erholen.
Ein Einlauf bedeutet, dass du Flüssigkeit über den After in den Darm mit bestimmten Hilfsmittlen laufen lässt. Medizinisch nutzt man das zum Beispiel vor Untersuchungen, bei starker Verstopfung oder manchmal auch beim Fasten.
Du solltest dabei wissen:
- Ein Einlauf kann bei starker Verstopfung helfen und den Start in eine Fastenkur erleichtern.
- Er ist aber nicht zwingend nötig, um zu fasten. Viele Menschen fasten ohne Darmreinigung.
- Zu häufige oder unsachgemäß durchgeführte Darmspülungen können den Salzhaushalt stören, den Kreislauf belasten oder die Darmschleimhaut reizen.
Wenn du einen Einlauf in deine Fastenroutine einbauen möchtest, lass dir genau erklären, wie er funktioniert, und sprich bei Vorerkrankungen immer mit einem Arzt.
Welche Nebenwirkungen kann Fasten haben?
Fasten kann auch anstrengend sein. Du kannst frieren, Kopfschmerzen haben, müde sein, dich gereizt fühlen oder Schlafprobleme haben. Ganz klar: Am Anfang hast du Hunger. Vor allem die ersten zwei Fastentage gelten als heikel, bis der Körper sich umgestellt hat.
Wenn du Intervallfasten machen möchtest, solltest du dich erkundigen, ob und welche Form für dich gut ist.
Fasten ausprobieren
Du musst nicht sofort in eine Klinik gehen oder drei Wochen Heilfasten buchen, um mit dem Fasten zu beginnen. Du kannst klein starten und testen, wie du dich fühlst.
Du kannst zum Beispiel:
- eine leichte Basenwoche einlegen und für sieben Tage nur pflanzlich und frisch essen.
- abends deine letzte Mahlzeit früher legen und 12 bis 14 Stunden ohne Essen bleiben.
- einen ruhigen Tag wählen, an dem du nur Tee, Wasser und etwas Brühe trinkst, nachdem du ärztlich geklärt hast, dass das für dich passt.
Wichtig ist, dass du genug trinkst, dich nicht überforderst und dir nach dem Fasten Zeit für einen sanften Aufbau nimmst. Gerade nach strengerem Fasten braucht der Darm leichte Kost, nicht gleich wieder alles auf einmal.
Tipps zum Fasten?
Gibt es bei uns in der McSpirit-Community. Wir haben Experten aus vielen unterschiedlichen Richtungen bei uns, die dir Ratschläge zum Thema Fasten geben können. Schau mal vorbei, es ist kostenlos und es gibt die unterschiedlichsten Angebote zum Mitmachen und Austauschen.
Fasten Zusammenfassung
Fasten ist ein bewusster Verzicht auf Essen oder bestimmte Lebensmittel für eine begrenzte Zeit. Du gibst deinem Körper die Chance, zur Ruhe zu kommen. Es gibt viele Formen von Fasten, von klassischem Heilfasten über Intervallfasten bis zu mildem Basenfasten. Jede Form hat ihren Platz, wenn du sie informiert und achtsam wählst.